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eine Spritze als Sinnbild für Impfungen

Wie und wie lange wirken Impfungen beim Hund?

Die Wirk­dauer von Impf­stoffen ist sehr unter­schied­lich. Näher damit befasst hat sich Ronald D. Schultz in seiner Studie „Con­s­i­de­ra­ti­ons in Desi­gning Effec­tive and Safe Vac­ci­na­tion Pro­grams for Dogs“. In dieser unter­sucht Schultz, wie lange die Immu­ni­tät nach der Impfung tat­säch­lich besteht.

Schultz hat zweierlei Untersuchungsmethoden verwendet: den Belastungsversuch (challenge study) und die Titerbestimmung (serology). Im Belas­tungs­ver­such werden Hunde mit dem Erreger in Kontakt gebracht, um zu testen, ob dieser trotz Impfung zu einer Infek­tion führt. Bei der Titerbestimmung wird das Blut untersucht. Bis zu einer bestimmten Konzentration von Antikörpern ist noch von einer Immunität gegen die entsprechende Erkrankung auszugehen. Untersucht hat Schultz vier Impfungen, die „core vaccinations“ Tollwut, Hepa­ti­tis contagiosa canis, Par­vo­vi­rose und Staupe. „Core vaccinations“, da sie unentbehrlich seien. Schultz kam zu folgenden Ergebnissen, was deren Wirkdauer anbelangt:

  • Staupe: 5-7 Jahre wirksam laut Belastungsversuch (je nach Erregerstamm), 9-15 Jahre wirksam laut Titerbestimmung
  • Hepatitis contagiosa canis: 7 Jahre wirksam laut Belastungsversuch, 9 Jahre wirksam laut Titerbestimmung
  • Parvovirose: 7 Jahre wirksam laut Belastungsversuch, 10 Jahre wirksam laut Titerbestimmung
  • Tollwut: 3 Jahre wirksam laut Belastungsversuch, 5 Jahre wirksam laut Titerbestimmung

Andere Impfungen wie Leptospirose oder Zwingerhusten wurden als „non-core vac­ci­na­ti­ons“, also nicht für jeden Hund essenzielle Impfungen, nicht untersucht.

Wie funktioniert die Immunisierung?

Über die Muttermilch erhalten Welpen für die ersten Lebenswochen einen natürlichen Schutz. Insbesondere über die Erstmilch (Colostrum) nehmen sie die sogenannten maternalen Antikörper zu sich. Eine Mutterhündin kann jedoch nur Antikörper weitergeben, über die sie selbst verfügt. Sprich: Die Mutterhündin muss geimpft sein oder auf natürlichem Wege eine Immunisierung erlangt haben.

Welpen erhalten ihre erste Impfung meist im Alter von acht Wochen. Zu diesem Zeitpunkt sind noch maternale Antikörper im Organismus eines Welpen aktiv. Wird der Hund nun geimpft, reagieren die maternalen Antikörper. Denn in der Spritze befindet sich ein Totimpfstoff oder ein abgeschwächter Lebendimpfstoff. Der Hund wird also kontrolliert dem Erreger ausgesetzt, damit sein Immunsystem so reagieren kann, wie es das bei einer natürlichen Infektion tun sollte. Es werden Antikörper und Gedächtniszellen gebildet, die der Körper speichert. Bei einer späteren Infektion können sie sofort reagieren.

Einen Teil der Impf-Infektion fangen die maternalen Antikörper ab. Damit schwächen sie den Effekt, denn es werden weniger neue Antikörper und Gedächtniszellen gebildet, um die kontrollierte Infektion zu bekämpfen. Deswegen werden die meisten Impfungen in einem Alter von acht Wochen und anschließend noch einmal in einem Alter von zwölf Wochen verabreicht. Das nennt man Grundimmunisierung.

Die Impf­kom­mis­sion im Bun­des­ver­band prak­ti­zie­ren­der Tier­ärzte empfiehlt noch eine weitere Impfung im Alter von einem Jahr. Laut Beipackzettel der gängigen Impfstoffhersteller ist diese nicht nötig.

Wenn im Körper des Hundes bereits eine Infektion aktiv ist und das Immunsystem entsprechend arbeitet, kann das die Wirkung der Impfung beeinflussen. Dabei ist egal, welche Art von Infektion es ist. Deswegen ist es wichtig, dass vor der Impfung der Allgemeinzustand des Hundes untersucht wird. Deshalb empfehlen die meisten Tierärzte kurz vor der Impfung auch eine Entwurmung. Bei chro­nisch kranken Tieren sollten Sie gemein­sam mit Ihrem Tier­arzt einen ange­pass­ten Impf­plan besprechen.

Gibt es in Deutschland eine Impfpflicht?

Nein, es gibt keine Impfpflicht für Hunde in Deutschland. Ein­zelne Impf­ungen werden jedoch in ver­schie­de­nen Situa­tio­nen gefor­dert, zum Bei­spiel beim Besuch einer Hun­de­schule und bei der Ein- und Aus­reise in andere Länder. Man sollte auch nicht ver­ges­sen, dass Imp­fun­gen dem Hund Schutz vor Krank­hei­ten bieten, an denen unge­impfte Tiere noch heute sterben (zum Bei­spiel Parvo-Welpen, meist aus dem Wel­pen­han­del). Bei Verdacht auf Tollwut kann ein Hund noch heute ohne weitere Tests euthanasiert werden, wenn er keine gültige Tollwut-Impfung hat.

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