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eine Hundesteuermarke an einem Halsband

Woher kommt die Hundesteuer?

Hun­de­hal­ter sind ein­zig­ar­tig unter den Tier­hal­tern, denn sie müssen als einzige Steuern für ihren Vier­bei­ner ent­rich­ten. Von diesem Geld wird aber nicht zwangs­läu­fig auch etwas für Hun­de­hal­ter getan, denn die Hun­de­steuer ist eine reine Luxus­steuer. Damit steht jeder Gemeinde offen, wofür diese Ein­nah­men ver­wen­det werden. Doch woher kommt es, dass diese Steuer nur auf Hunde erhoben wird?

Der Ursprung liegt im Jagdsport

Die Hun­de­steuer ist schon recht alt. Noch in etwas anderer Form als heute exis­tierte sie bereits Mitte des 13. Jahr­hun­derts als soge­nann­tes „Hun­de­korn“. Im Mit­tel­al­ter galt es als Sport der Adligen, mit Hunden Jagd auf Wild­tiere zu machen. Die Bauern mussten für das Ver­gnü­gen der Adligen ent­we­der selbst einen Hund stellen, oder für die Ver­sor­gung der vor­han­de­nen Hunde auf­kom­men. Also leis­te­ten jene, die keinen Hund stellen konnten, eine Abgabe. Das war meistens Getreide – also Korn. So entstand für diese Abgabe der Name „Hun­de­korn“. Wurde die Steuer in Form von Brot bezahlt, nannte man sie dem­entspre­chend das „Hun­de­brot“.

Selbst ein „Hun­de­zehnt“ exis­tierte ab Ende des 12ten Jahr­hun­derts. Geist­li­che, die keinen Mili­tär­dienst leis­te­ten, mussten anderweitig ihren Dienst tun. Dies geschah unter anderem durch das Stellen von Heer­wa­gen, aber auch durch das Füttern der Hunde des Grund­her­ren. Aus der Abgabe von Lebens­mit­teln für die Hun­de­füt­te­rung wurde schließ­lich der Hun­de­zehnt in Form von Geld­ab­ga­ben.

Zu dama­li­ger Zeit bezahl­ten also arme Bürger über die Hun­de­steuer die Tiere ihrer Grund­her­ren. Doch heut­zu­tage ist es anders herum: Der Hun­de­hal­ter selbst muss zahlen und das an die Gemeinde. Dieser Wandel kommt aus England, wo 1755 die erste „dog bill“ – zu deutsch Hun­de­steuer – ein­ge­führt wurde. Man glaubte, die stei­gende Anzahl von Hunden ein­däm­men zu können, wenn man Hun­de­hal­ter für jedes ein­zelne Tier zur Kasse bittet. 1796 wurde in England aus dieser ersten Andeu­tung einer Luxus­steuer dann eine recht­mä­ßige Ver­gnü­gungs­steuer. Es dauerte nicht lange, bis die ersten deut­schen Lan­des­re­gie­run­gen Gefal­len an dieser Idee fanden: In Würt­tem­berg wurde die Hun­de­steuer 1809 ein­ge­führt, in Preußen 1810. In Preußen ging es jedoch gerechter unter den Tierhaltern zu: auch Katzen und Pferde wurden besteuert.

Wer bestimmt die Höhe der Hundesteuer?

Die heutige Hun­de­steuer fällt unter den Artikel 105, Absatz 2a des Grund­ge­set­zes. Damit ist sie eine ört­li­che Ver­brauch- und Auf­wand­steuer. Das erlaubt den Gemein­den, den Steu­er­satz sowie even­tu­elle Nach­lässe und Befrei­un­gen selbst fest­zu­le­gen. Manche Gemein­den ver­lan­gen für jeden Hund mehr pro Person auch mehr Geld, manche machen Unterschiede zwischen Listenhunden und Nicht-Listenhunden. Wieder andere bieten Befrei­un­gen oder Nach­lass bei absol­vier­ten Prü­fun­gen, für Assis­tenz­hun­de (Blin­den­hunde u.ä.) oder bei bestan­de­nen Wesens­tests an. Schon oft wurde ver­sucht, gegen die Hun­de­steuer zu klagen, bislang aber ohne Erfolg.

Den Kommunen steht außer­dem frei, gar keine Hun­de­steuer zu erheben. Das ist bei­spiels­weise im hes­si­schen Esch­born der Fall. Wirt­schaft­lich gesehen wäre dies aller­dings nicht klug. Immer­hin leben in Deutsch­land über 5 Mil­lio­nen Hunde, die besteu­ert werden können. Das ergibt jedes Jahr etwa 250 Mil­lio­nen Euro Steu­er­ein­nah­men auf ganz Deutsch­land gerech­net.

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2 Kommentare

  1. Wieso werden eigentlich von Kommune zu Kommune unterschiedliche Beträge für die Hundesteuer erhoben? Was gibt es da für eine Begründung?

    • Vitaler Hund

      Hallo Laura,

      die Höhe der Hundesteuer kann von jeder Gemeinde selbst festgelegt werden. Das hängt mit den Zuständigkeitsbereichen und Verordnungen zusammen. Und die Hundesteuer fällt nunmal nicht in den Zuständigkeitsbereich von Bund, Land oder Kreis, sondern den der Gemeinde (ebenso wie beispielsweise Abwassergebühren). Sie ist also eine Gemeindesteuer.

      Wieso nun bei den einen die Steuer höher ist als bei den anderen, muss noch nicht einmal begründet werden. Eine Luxussteuer ist an keine bestimmte Verwendung geknüpft. Ebenso sieht es bei Vergünstigungen und Befreiungen durch verschiedene Prüfungen oder Tätigkeiten aus (IPO-Prüfung, Assistenzhund usw.).

      Es soll aber schon Fälle gegeben haben, in denen gegen eine zu horende Hundesteuer (ich meine um die 500 Euro) geklagt wurde. Auch laufen immer wieder Petitionen und diverse Klagen gegen die Hundesteuer im Allgemeinen. Bisher blieben all diese Bemühungen aber leider umsonst.

      Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage beantworten.
      Liebe Grüße
      Vitaler Hund

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