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Wärmeentwicklung im Auto

Der Schriftzug „Hund im Backofen“ ist auf vielen Plakaten und Flyern im Sommer zu lesen. Und das nicht grundlos, denn jährlich sterben Hunde, die bei Hitze in einem Auto zurückgelassen wurden. Das Fahrzeug kann sich so stark aufheizen, dass die hohen Temperaturen zum Tod führen. Es hängt von vielen Faktoren ab, wie schnell und stark sich der Innenraum eines Autos erwärmt. Nachstehende Tabelle soll einen Anhaltspunkt geben, ab wann es im Auto ungemütlich für den Hund werden kann.

Die roten Bereiche zeigen an, wann es im Auto lebensgefährlich für den Hund wird. Aller­dings sollte man beden­ken, dass Lebens­ge­fahr auch wirk­lich bedeu­tet, dass das Tier selbst bei sofor­ti­ger erster Hilfe sterben kann. Darüber hinaus sind auch nied­ri­gere Tem­pe­ra­tu­ren bereits sehr unan­ge­nehm für den Hund oder können zu Kreis­lauf­pro­ble­men führen. Bei jungen, kranken oder stark behaar­ten Tieren droht ein Hitz­schlag schon früher.

Generell sind Raumtemperaturen ab etwa 30 Grad bedenklich für einen Hund. Nur bis zu dieser Grenze kann er die Wärme mittels Hecheln aus­glei­chen. Bei höheren Tem­pe­ra­tu­ren muss er ander­wei­tig für Abkühlung sorgen (bei­spiels­weise das Liegen auf kühlen Flächen), was ihm in einem Fahr­zeug aller­dings nicht möglich ist.

Wovon hängt es ab, wie warm es in einem Auto wird?

Viele Faktoren spielen bei der Wärmeentwicklung im Auto eine Rolle: das Auto­mo­dell, ob und wie weit die Fenster geöff­net sind, ob das Auto im Schat­ten parkt, wie groß die Fenster sind, ob diese ver­dun­kelt sind und wie gut das Auto vor dem Abstel­len gelüf­tet wurde. Die Lack­farbe ist laut einer DEKRA-Unter­su­chung nicht entscheidend. Vor allem die Größe und Tönung der Fens­ter­flä­chen sei aus­schlag­ge­bend für die Wär­me­ent­wick­lung. Sind die Schei­ben nicht von Werk aus getönt, kann dies mit Spe­zi­al­fo­lie nach­ge­rüs­tet werden. Deren Effek­ti­vi­tät hängt von der Inten­si­tät der Tönung ab. Eine Wär­me­schutz­ver­gla­sung (eine spe­zi­elle Folie inner­halb der Schei­ben) könne das Auf­hei­zen um fünf bis elf Grad ver­rin­gern, eine dunkle Schei­ben­tö­nung fange 52 bis 66 Prozent der Wärme ab, so DEKRA-Experte Jörg Ahl­grimm.

Was heißt das nun für den Hundehalter? Da sich nur schwer abschätzen lässt, ob das eigene Auto nun eine Minute länger braucht, um warm zu werden, und da wir hier von sehr kleinen Zeitspannen im Minutenbereich reden, sollte man es nicht drauf ankommen lassen. Bei hohen Außen­tem­pe­ra­tu­ren sollte ein Hund wenn über­haupt nur kurz und nur wenn wirk­lich not­wen­dig im Auto warten müssen. In jedem Fall sollte im Schat­ten geparkt werden und die Fenster sollten wenigs­tens einen Spalt geöff­net werden. Der Hund sollte kühles Wasser zur Verfügung haben.

Wer sich unwohl beim offen lassen der Fenster fühlt, kann spe­zi­elle Klemm­git­ter ein­span­nen. So oder so sollte der Hund aller­dings aus­bruch­si­cher im Auto unter­ge­bracht sein (mit Hun­de­git­ter im Kof­fer­raum, ange­schnallt oder in einer Box), sodass er nicht durch die Fenster aus­büch­sen kann. Ist die Ver­weil­dauer im Auto nicht abzu­se­hen, sollte der Vier­bei­ner lieber daheim warten.

Was kann ich tun, wenn ein fremder Hund in einem heißen Auto eingeschlossen ist?

Grund­sätz­lich gilt: Das Ein­schla­gen einer Scheibe ist Sach­be­schä­di­gung und damit eine Straf­tat, ebenso das Mit­neh­men des Hundes (Dieb­stahl). Mög­li­cherweise besteht ein Recht­fer­ti­gungs­grund, das heißt, man handelt nach­weis­lich im Sinne des Hun­de­hal­ters, indem man sein Tier durch die Sach­be­schä­di­gung rettet. Ob dieser gegeben ist, ent­schei­det sich aller­dings erst vor Gericht, sodass man sich über das Risiko einer Anklage vor dem Handeln immer bewusst sein sollte.

Es ist daher erstens ratsam, die Polizei zu ver­stän­di­gen, wenn Sie der Meinung sind, einen Hund in einem Auto zu sehen, der soeben einen Hitz­schlag erlei­det. Zwei­tens sollten Sie den Hund genau beob­ach­ten. Am besten bestä­ti­gen Zeugen, dass es dem Tier wirk­lich schlecht geht. Im Zwei­fels­fall sollten Sie auf das Ein­tref­fen der Polizei warten bezie­hungs­weise nur mit deren Geneh­mi­gung sofort handeln und eine Scheibe ein­schla­gen, um den Hund zu befreien. Ist dies wirklich nötig, sollten Sie eine Scheibe wählen, die vom Hund entfernt ist, damit dieser keine Verletzungen durch die Scherben erleidet.

Bevor man zu solch dras­ti­schen Mitteln greift, sollte man aber erst ver­su­chen, den Halter aus­fin­dig zu machen. An Orten wie einem Hun­de­platz kann dieser nicht weit ent­fernt sein, in Super­märk­ten ist das Per­so­nal meist bereit, den Fahr­zeug­hal­ter aus­zu­ru­fen.

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