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ein schlafender Hund als Sinnbild für einen an Zwingerhusten erkrankten Hund

Parainfluenza

Die Parainfluenza ist umgangssprachlich besser als Zwingerhusten bekannt. Eine gängige Bezeichnung ist auch Tracheo-Bronchitis, da die Parainfluenza vor allem die Luftröhre (Trachea) und die Bronchien befällt. Es handelt sich um eine Infektion der oberen Atemwege mit Viren und Bakterien. Es sind vier Erreger bekannt, die den Zwingerhusten beim Hund auslösen: das Canine Ade­no­vi­rus Typ 2 (CAV-2), das Canine Parain­flu­en­za­vi­rus (CPIV), das Canine Her­pes­vi­rus (CHV) und das Bak­te­rium Bor­de­tella bron­chisep­tica.

Über­tra­gen wird die Parain­flu­enza mittels Tröpf­chen­in­fek­tion. Das ist vergleichbar mit der menschlichen Erkältung: Ein infizierter Hund niest oder hustet und scheidet dabei kleine Speicheltröpfchen aus. Die kommen in Berührung mit den Schleimhäuten eines anderen Hundes. So steckt sich der zweite Hund an. Aus diesem Grund sind große Hun­de­an­samm­lun­gen wie auf Hun­de­plät­zen oder in Hun­de­pen­sio­nen und Tier­hei­men meist stärker vom Zwingerhusten betrof­fen.

Was ist Parainfluenza?

Welche Symptome ein Hund mit Zwingerhusten zeigt, hängt zunächst davon ab, ob er sich mit den Viren oder den Bakterien angesteckt hat. Bei einer viralen Infek­tion hat der Hund einen trockenen Husten. Eine bak­te­ri­el­le Infek­tion äußert sich durch feuch­ten Husten, ras­selnde Atem­ge­räu­sche, Niesen sowie Augen­aus­fluss. Man­del­ent­zün­dung, Schnup­fen und Fieber können zu den Sym­pto­men hinzu kommen. Selten kann es auch zu einer Lun­gen­ent­zün­dung kommen. Auch wenn das All­ge­mein­be­fin­den durch den Zwin­ger­hus­ten eher selten beein­träch­tigt ist, leiden die Hunde meist unter Unruhe auf­grund der Atem­be­schwer­den. Die Inku­ba­ti­ons­zeit kann wenige Tage bis einen Monat dauern.

Ein Tierarzt kann eine Parainfluenza-Infek­tion mit Anti­bio­tika und Hus­ten­saft behan­deln. Die Heilungschancen stehen gut, wenn die Behandlung schnellstmöglich erfolgt.

Wie wirkt der Parainfluenza-Impfstoff?

Für vier der drei Erreger existiert ein Impfstoff. Das Canine Ade­no­vi­rus Typ 2 (CAV-2) ist bereits mit der Hepatitis-Impfung abgedeckt. Hier besteht eine Kreuzimmunität zum eigentlichen Hepatitis-Erreger CAV-1. Hunde erhalten bei der Hepatitis-Impfung deshalb gleich einen Impfstoff mit dem CAV-2-Erreger. Zwei Fliegen mit einer Klappe, sozusagen.

Außerdem ist ein Parainfluenza-Impfstoff (abgekürzt Pi) erhältlich. Mit ihm wird gegen das Canine Parain­flu­en­za­vi­rus (CPIV) geimpft. Dieser Impfstoff wird am häufigsten verwendet. Er wird von vielen Tierärzten in der Kombination mit Staupe, Hepatitis und Parvovirose verabreicht.

Es existiert noch ein Zwingerhusten-Impfstoff: der Kombinationsimpfstoff BbPi. Er immunisiert den Hund gegen das Bak­te­rium Bor­de­tella bron­chisep­tica und das Canine Parain­flu­en­za­vi­rus (CPIV). Impfungen gegen Bakterien sind allerdings äußerst umstritten. Die Anwendung des BbPi wird daher nur äußerst selten empfohlen.

Gegen das Canine Her­pes­vi­rus gibt es keinen Impfstoff für Welpen. Stattdessen wird die Mutterhündin während der Läufigkeit oder während der Trächtigkeit geimpft.

Unab­hän­gig vom Impf­stoff handelt es sich hier um Lebend­impf­stoffe. Der Tierarzt verabreicht dem Hund mit der Impfung abgeschwächte Erreger. Sein Immunsystem reagiert darauf mit der Bildung von Antikörpern. Allerdings verhindert eine Zwingerhusten-Impfung nicht die Infektion mit den Erregern. Ein bestehender Impfschutz schwächt lediglich die Symptome ab, sollte sich der Hund eine Infektion zuziehen. Die Wirkdauer einer Pi-Impfung beträgt zwischen einem halben und einem Jahr.

Die Parainfluenza-Impfung ist keine Kernimpfung. Das heißt, sie ist nicht pauschal bei allen Hunden notwendig. Diese Impfung wird nur verabreicht, wenn ein erhöhtes Risiko besteht, beispielsweise, weil der Hund in einem Risikogebiet für Zwingerhusten lebt.

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