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eine Gruppe von Menschen von oben fotografiert

Kolumne: Hunde bei Großveranstaltungen

Hin und wieder bin ich bei größeren Veranstaltungen unterwegs. Tausende andere Leute auch. Und mittendrin: Jedes, wirklich jedes Mal, ein paar Hunde. Wenn ich so etwas sehe frage ich mich: Wieso? Muss das sein?

Persönlich finde ich es schon nicht gerade prickelnd, wenn es zu laut und zu voll wird. Irgendwann ist so ein Festzelt überfüllt, es ist zum Sterben warm, man kommt nirgends mehr hin, ohne an mindestens drei Personen anzustoßen und ungewollt in kuschelige Nähe mit Fremden zu kommen. Und die sind mit mir auf Augenhöhe. Ein Hund sieht – je nach Größe – nur Beine und Hintern. Ihn sieht kaum jemand. Die meisten bemerken einen Hund in so einer Menge wohl erst, wenn sie ihm auf die Pfoten getreten sind.


Eine Sintflut von Reizen

Dazu kommt, dass die Nase einiges besser ist als die eines Menschen. Er nimmt zusätzlich zu den Geräuschen noch tausend Mal mehr Gerüche wahr. Pommesfett, Schweiß, Bier, Zigarettenqualm – yummy. Dazu die Musik, schreiende Kinder auf Stadtfesten, Schießbuden und was sonst noch alles Geräusche macht. Je nach Fest gibt es da eine riesige Auswahl an dem, was manche von uns nur unter entsprechendem Alkoholeinfluss oder in kleinen Dosen ertragen. An dieser Stelle ziehe ich übrigens meinen Hut vor all den geübten Partypeople, die das mehrmals die Woche mit Spaß durchziehen. Für mich wäre das definitiv nichts. Zu viel Trubel, zu viele Menschen, zu viel Lärm, zu viele Reize.

Während es aber nun Menschen gibt, die mit dieser Flut an Umwelteinflüssen super zurechtkommen, frage ich mich: Gibt es auch solche Hunde? Wirklich panisch wirken Hunde, die ich auf Straßenfesten, in Festzelten und Co. sehe, eigentlich nicht. Sie haben wohl gelernt, ruhig dazuliegen. Trotzdem hecheln die meisten sehr stark, schauen hektisch hin und her und versuchen, ihre Umgebung im Blick zu behalten. Manche müssen beiseite springen, weil sie sonst getreten werden. Oft sitzen die Leute an Bierbänken, die Hunde liegen daneben, in der prallen Sonne.

Muss der Hund das abkönnen können?

In solchen Situationen frage ich, was der Hund da zu suchen hat? Selbst wenn es ihm nicht ganz so sehr etwas ausmacht, dem Lärm und dem Gestank ausgesetzt zu sein, Spaß machen kann es ihm sicher nicht. Sind wir hier nicht in einem Bereich, der auch nicht mehr als „muss der Hund abkönnen“ zählen sollte? Ist das nicht zu viel verlangt? Ich finde schon. Solche Großveranstaltungen sind einfach nichts für Hunde. Es bedeutet Stress für sie, konfrontiert sie mit verdammt vielen Reizen, denen sie sicher nichts abgewinnen können, so verlockend wir Menschen die Partyhits und den Biergeruch auch finden mögen. Das fällt für mich nicht mehr in die Kategorie „notwendige Sozialisierung“.

Ich habe meinen Hund auch gerne bei mir. Wo es geht, kommt er mit. Aber muss das immer und überall mit aller Gewalt sein? Es gibt für mich eine Grenze, über die hinaus eine Veranstaltung einfach nicht mehr hundegerecht ist, egal wie gut der Hund gelernt hat, sich dabei zu benehmen. Irgendwann wird es zu viel und kann es meiner Meinung nach für den Hund gar nicht mehr „schön“ sein. Auch wenn sicher viele Vierbeiner fast alles tun würden, nur um mit Herrchen und Frauchen mitzudürfen. Manche Dinge muss ein Hund ertragen, beispielsweise den Tierarztbesuch. Aber so ein großes Fest – das ist nichts, was ein Hund haben MUSS. Und meiner Meinung auch nichts, was er haben sollte.

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